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Wann zum Arzt
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Wenn der Erkrankte nicht ausreichend trinkt und / oder erbricht Wenn sich ein Kind innerhalb von 12 Stunden immer wieder erbricht Wenn ein Säugling innerhalb von 4 bis 6 Stunden keinen Urin ausscheidet Wenn sich Blut, Schleim, Eiter oder Fett im Stuhl befindet Wenn die Fontanelle oder die Augen eingesunken erscheinen Wenn die Haut des Kindes stehenbleibt, wenn man sie mit 2 Fingern abhebt Wenn Fieber nicht zu senken ist Wenn einen deutliche Gewichtsabnahme und Müdigkeit zu bemerken ist Wenn starke Durchfälle nach einer Fernreise auftreten
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Behandlung von Durchfall
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In den meisten Fällen geht Durchfall innerhalb einer Woche von selbst vorüber, daher benötigt man im Normalfall außer reichlich Flüssigkeit kein spezielle Therapie. Da Antibiotika oft Nebenwirkung zeigen und bei normalen Durchfallerkrankungen wirkungslos sind, werden sei nur selten von Seiten des Arztes eingesetzt, da sie den Durchfall oftmals noch verstärken. Generell sollte Durchfall nicht sofort unterbunden werden, da sonst Keime und Schadstoffe (z.B. bei einer Lebensmittelvergiftung) nicht ausgeschieden werden können. Wichtig ist in erster Linie die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen.
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Selbsthilfe allgemein
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Viel trinken, bei Erbrechen nur schluckweise! Dabei sollte man eine auf eine spezielle Trink- und später Speisediät achen. Am besten spezielle Elektrolytgetränke zu sich nehmen, die für einen Mineralienausgleich und genügend Flüssigkeit sorgen. Spezielle Speisediät (Aufbaunahrung) nach Aufhören des Erbrechens zu sich nehmen, wie geriebener Apfel, Karottensuppe, Zwieback usw. Weiterhin milch- und fettfreie Kost bis sich der Stuhlgang wieder normalisiert hat.
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Selbsthilfe bei Kindern
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Wenn ein Kind unter Durchfall leidet, muss man darauf achten, dass es möglichst viel Flüssigkeit zu sich nimmt - am besten ist ein spezielles Elektrolytgetränk, das eine Zucker-Salz-Lösung enthält (Rezept für die eigene Herstellung siehe unten auf dieser Seite!). Bis 10 kg / Körpergewicht 100 ml / kg / Körpergewicht + geschätzter Verlust durch Erbrechen und Durchfall. Also z.B. ein 8 kg schwerer Säugling ca. 1000 ml Flüssigkeit. Für Flaschenkinder gibt es eine spezielle Heilnahrung, die während einer Druchfallerkrankung gegeben werden kann - also nicht sofort wieder auf normales Essen umsteigen.
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Medikamente
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Durchfallmittel sind weniger sinnvoll - nur wenn der Durchfall länger als 5 Tage andauert, man gesundheitliche Folgen annimmt und die Ursachen eindeutig geklärt sind, können vom Arzt Medikamente verordnet werden. Diese setzen die Darmbeweglichkeit herab, dürfen aber nur bei über 12 Jahre alten Kindern eingesetzt werden. Die Erreger von bakteriellen Infektionen müssen nachgewiesen werden, bevor man bei schwerem Verlauf Antibiotika einsetzen kann. Einnahme von medizinischer Kohle ("Tierkohle") ist nicht sinnvoll, da sie weder den Wasserverlust verhindert, noch die Erreger und Gifte unschädlich macht. Dasselbe gilt auch für Hausmittel wie getrockneten Heidelbeeren oder Johannisbrotmehls. Medikamente (stopfende Mittel) können angewandt werden (jedoch nicht bei blutigen und eitrigen Durchfällen oder Durchfällen mit hohem Fieber). Saccharomyces boulardii sind Hefen, die das Wachstum von Bakterien hemmen. Entsprechende Präparate sollten den Verlauf der Durchfallerkrankung abkürzen. Selten werden Wasser- und Mineralstoffverlust für den Körper so groß, dass der Patient ins Krankenhaus muss, wo Dauerinfusionen den Verlust ausgleichen. Eine Gabe von Medikamenten erfolgt in Absprache mit dem behandelnden Arzt.
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Durchfallerkrankun g bei Säuglingen im ersten Lebensjahr
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Wenn ein Kind gestillt wird, bitte nicht unterbrechen, sondern weiter stillen. In den Stillpausen eine Elektrolyt-Lösung zu trinken geben. Bei Durchfall kann es rasch zu Entzündungen im Windelbereich kommen. Bitte deshalb auf häufiges Wickeln achen. Frühzeitig eine Zinkpaste benutzen falls Hautrötungen oder gar offene Stellen auftreten. Flaschenernährte Kinder erhalten in den ersten 6 - 10 Stunden des Durchfalls ausschließlich und viel Rehydratationslösung bzw. Tee. Je mehr das Kind trinkt, desto geringer ist die Gefahr der Entwässerung. Ein Säugling sollte pro Kilogramm Gewicht ca 150 ml Flüssigkeit zu sich nehmen (z.B. bei 6 kg Gewicht des Kindes ca. 900 ml Flüssigkeit). Deshalb dürfen Sie bei Durchfall auch hartnäckig sein und ihrem Kind immer wieder die Flasche anbieten. Sollte das Kind das Trinken total verweigern, so sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen. Nach 6 - 10 Stunden erhalten flaschenernährte Säuglinge ihre gewohnte Säuglingsnahrung in verdünnter Form (siehe unten). Sollte das Erbrechen oder der Durchfall mit der gewohnten Nahrung (also nach ein paar Tagen) wieder zunehmen, dann muss die Nahrung wieder mehr verdünnt werden. Bekommt das Kind Flaschennahrung, sollte man wie oben besprochen mit einer Reisschleim-Diät beginnen oder die Nahrung mit abgekochtem Wasser verdünnen. Außerdem kann man auch andere Diätvorschläge verwenden. Säuglinge, die schon feste Nahrung gewöhnt sind, können Sie ab dem zweiten Tag eine zerdrückte Banane anbieten. Ein langsamer Aufbau auf reines Stillen ist sinnvoll.
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Durchfallerkrankun g nach dem ersten Lebensjahr
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Kleinkinder oder auch ältere Kinder erhalten nach dem Flüssigkeitsersatz mit Tee (oder Rehydratationslösung je nach Alter und Schweregrad des Durchfalls) frühzeitig altersgemäße Nahrung.
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Weitere Diätvorschläge nicht nur bei Kindern
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Teure Fertigprodukte sind nicht erforderlich! Trinken: Tee mit Traubenzucker, bevorzugt Heidelbeertee oder Brombeertee Mineralwasser ohne Kohlensäure Cola ohne Kohlensäure Fruchtsäfte (Kalium) Elektrolytgetränk *Schwarzer Tee (wirkt leicht stopfend und beruhigend) Nahrung bei kleinen Kindern (im ersten Lebensjahr): Bei Flaschenkindern wird eine Reisschleim-Diät empfohlen: am ersten Tag - nur Reisschleim am zweiten Tag - 2/3 Reisschleim und 1/3 Normalnahrung am dritten Tag - 1/3 Reisschleim und 2/3 Normalnahrung ab dem vierten Tag wieder die gewohnt unverdünnte Flaschennahrung Falls kein Reisschleim zur Hand ist, kann man notfalls auch normale Nahrung verwenden, die jedoch werdünnt werden sollte: am ersten Tag - je 100 ml Nahrung mti 200 ml abgekochtem Wasser verdünnen am zweiten Tag - je 100 ml Nahrung mit 100 ml abgekochtem Wasser verdünnen am dritten Tag - gewohnte Flaschennahrung wieder unverdünnt. Falls es der Arzt verordnet, erhält das Kind eine Elektrolyt-Lösung in den Trinkpausen. Säuglingen, die schon feste Nahrung gewöhnt sind, kann man folgendes anbieten: fein pürierte Karotten fein pürierte Banane Karottensuppe Reisschleim Reisflocken Zwieback Salzgebäck Trockener Toast Nahrung bei älteren Kindern (über 1 Jahr): Karottensuppe Karottenbrei Reisschleim Kartoffeln Kartoffelbrei ohne zusätzliche Fettzugabe Geriebener Apfel Zerdrückte Banane Zwieback Weißbrot Toast mit Marmelade ohne Butter Knäckebrot ohne Belag Salzstangen Magere Fleischbrühe mit Nudeln Reis Grie Gesalzene Schleimsuppe Gesalzene Karottensuppe Einbrennsuppe
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Rezept für Elektrolytgetränk
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3,5 g NaCl (3/4 Teelöffel Tafelsalz) 2,5 g Natriumbicarbonat (1 Teelöffel Backpulver) 1,5 g Kaliumchlorit (1 Tasse Orangensaft oder 2 Bananen) 20 g Glucose (4 Esslöffel Traubenzucker oder Rohrzucker) Diese Durchfall-Lösung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Volumenersatz bei sehr starkem Durchfall empfohlen. Von diesem Getränk sollte das Kind, je nach Flüssigkeitsverlust bis zu 1,5 Liter / Tag trinken.
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Rezept für Karottensuppe
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1/2 kg Karotten schälen In 1 Liter Wasser 1 bis 2 Stunden lang kochen Karotten durch ein Sieb streichen oder pürieren Brei mit 1 Liter abgekochten Wasser aufgießen 1 Teelöffel Salz hinzufügen
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Zu vermeidende Speisen bei Durchfall
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Die unten aufgezählten Speisen verschlimmern den Durchfall noch: unverdünnte Fruchtsäfte und unreifes Obst blähenden Speisen und Getränke vermeiden stark zitrushaltige Speisen und Getränke vermeiden Sehr fetthaltige und gewürzte Speisen Vollmilchprodukte Zuckeraustauschstollfe wie Sorbit (in größeren Mengen) kein Kaffee und Alkohol leicht verdauliche Kost fettarme Kost zuckerfreie Kost (keine Süßspeisen!)
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